Schäuble will Islamunterricht

Mittwoch, 12. März 2008

Schäuble will einen islamischen Religionsunterricht. So wie es katholischen, protestantischen und jüdischen Religionsunterricht gibt, soll es auch einen islamischen geben, wenn die Muslimen es wollen. Der Staat hat neutral zu sein und das damit anbieten.

Da versteht jemand Neutralität falsch. Neutral heißt, der Staat indoktriniert keine Religion. Aber das macht ein Religionsunterricht. Die Eltern dürfen jetzt nur eine weitere Religion aussuchen, die der Staat ihren Kindern unterrichtet. Und es kann ja nicht danach gehen, was die Muslimen wollen. Es kommt auf das Kind an und ein Kind kann keine Religion wollen. Ein Kind kann Religion nicht verstehen, ein Kind macht das, was die Eltern sagen. Und wenn die Eltern sagen, du besuchst den Islamunterricht, wird es das machen und dann wird das Kind nicht nur von Zu hause, von der Religionsgesellschaft sondern auch vom Staat indoktriniert. Wie soll ein Kind, wenn es dann erwachsen wird, noch frei denken können? Gar nicht, es kennt nix anderes, ihm wurde von überall eingetrichtert, die Religion der Eltern ist die richtige und wird nix anderes mehr können.

Nein, Neutralität heißt: Gar kein Religionsunterricht, weder katholischen, noch jüdischen, noch scientologischen (warum will Schäuble den eigentlich nicht?) , noch islamischen, noch sonsteinen. Religionsunterricht heißt nur eines: Dem Kind wird eine Religion aufgezwungen. Das darf nicht sein! Meines Erachtens ist Religionsunterricht nicht nur ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot des Staates, sondern sogar gegen die Religionsfreiheit selbst, denn wenn einem Kind, welches das noch nicht versteht und noch keine Religion wählen kann, weil es das nicht versteht, eine Religion aufgezwungen wird, wird ihm damit indirekt die Freiheit genommen, sich selbst darüber Gedanken zu machen, wenn es alt genug ist, weil es dann nicht mehr frei denken kann.

Ja, die Neutralität des Staates muss gewahrt bleiben, aber nicht dadurch, dass noch ein anderer Religionsunterricht geschaffen wird, sondern indem Religionsunterricht (wie viele andere ungerechtfertigte und ungerechte Sonder- und Vorzugsrechte einiger Religionen) abgeschafft wird.

Ihr, Euer
M a i k


Wählen unterm Auge der Kirche

Sonntag, 2. März 2008

Heute sind die Kommunalwahlen in Bayern. Ich bin natürlich wählen gegangen. Zu meinem Bedauern lag die Wahlbeteiligung gegen 14:15 bei erst 25% in meinem Wahlbezirk. Die Wahl ist ein wertvolles Element der Demokratie. Und auch wenn es “nur” Kommunalwahlen sind, niemand sollte seine Stimme wegwerfen.

Mein Wahllokal war in einer Volksschule. War ungewohnt, mal wieder einen Klassenraum zu betreten. Aber was fand ich dort unübersehbar über der Tür? Ein Kreuz. Ja, ich musste unterm Auge der Kirche wählen… aber ich hab trotzdem der CSU nicht eine einzige meiner Stimmen gegeben.

Ich finde es inakzeptabel, dass in einem Öffentlichen Gebäude eine Religion propagiert wird. Der Staat hat sich aus der Religion rauszuhalten. Aber solange sich Kirchen in den Staat einmischen, wird dieser weiter eine Religion weiterreichen.

Ich selbst kann mir meinen Teil denken und mich ganz einfach nicht von dem Kreuz beeinflussen lassen. Aber es geht ums Prinzip einerseits und andererseits, noch wichtiger, um die Kinder, kleine Grundschulkinder, 6-10 Jahre, die noch leicht beeinflussbar sind.

Warum ein Kreuz und kein großes A oder ein flugzeugähnliches Raumschiff oder ein Haufen Spaghetti mit Fleischklößchen oder ein Halbmond oder ein dicker Mensch…? Nein, keines solcher Zeichen gehört in einen Klassenraum. Kindern darf keine Religion aufgezwungen werden. Für solche beeinflussbare Kinder, die jeden Tag dieses Kreuz sehen müssen, wird dieses und der damit verbundene Glaube so normal wie das Amen in der Kirche (und das leider nicht metaphorisch gemeint) und später werden sie nichts anderes kennen und können nicht anders, als selbst daran zu glauben.

Insbesondere Kinder von Eltern anderer Religion (ja, es gibt keine “christlichen Kinder” sondern nur “Kinder christlicher Eltern”, weil Kinder das noch gar nicht verstehen können. Sie machen das, was die Eltern sagen) werden durch dieses Kreuz regelrecht beleidigt. Sind sie an der Schule nicht willkommen? Sind nur Christen geachtet? Selbst das BVerfG hat Kreuze in Volksschulen (und auch Gerichte) abgelehnt.

Meine Forderung ist klar: Raus mit den Kreuzen aus den Schulen (aus Grichtssälen bitte auch)! Der Staat darf keinem Kind einen Glauben indoktrinieren.

Ihr, Euer
M a i k


Ausländische Schulen?

Freitag, 8. Februar 2008

Der türkische Ministerpräsident Erdogan fordert türkische Schulen und eine türkische Universität in Deutschland, in denen auf türkisch unterrichtet werden soll. Was ist davon zu halten?

Ich sehe darin ein großes Integrationshindernis. Ich möchte meine Darstellung nicht auf türkische Schulen beschränken, sondern meine allgemein ausländische, seien es amerikanische, polnische, russische oder japanische.

Ich sehe viele ausländische Familien auf der Straße in ihrer Heimatsprache sprechen. Dann ist es doch gerade gut, wenn die Schüler in der Schule deutsch reden müssen, deutschsprachige Freunde finden und somit auch in der Freizeit etwas deutsch sprechen. Dieses Erlernte, was nicht nur bei der Sprache Halt macht, bringen sie dann vielleicht sogar nach hause. Mit ausländischen Schulen würde ich es anders sehen: Zu hause Muttersprache, in der Schule Muttersprache, Freunde in der Muttersprache, Freizeit Muttersprache (und jeweils natürlich primär heimatliche Kultur). Vielleicht 1-2 mal die Woche Deutschunterricht an der Schule. Aber wir sehen ja, wie toll unser Englischunterricht schon ist.

Wie soll sich nun eine Person,  die zu hause, in der Schule, in der Freizeit, in der Uni nur die Muttersprache gesprochen hat, danach auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewähren? Soll der Arbeitgeber jetzt die Muttersprache des Bewerbers lernen? Und wenn man dann nur heimatliche Kultur erlebt hat, wird es schwer, sich hier heimisch zu fühlen.

Und was für ein Abschluss  soll da erworben werden? Ein Abitur oder der heimatliche Abschluss? Ein deutsches Abitur sehe ich erschwert, so würde an einer amerikanischen Schule sicherlich im Rahmen des Möglichen die dortigen Standards übernommen werden.
Natürlich, hat man 12 Jahre lang zB türkische Schule und einen türkischen Abschluss hinter sich, dann kann man sehr leicht in der Türkei Fuß fassen. Warum sollte aber ein Türke nach Deutschland kommen, hier eine türkische Schule besuchen, um dann wieder in die Türkei zu gehen? Ich denke, wer nach Deutschland kommt, möchte hier Fuß fassen. Und das geht mE nicht, wenn die Person eine gänzlich andere Bildung genießt, als hier Standard ist insbesondere in einem hier untypischen Umfeld.

Wobei ich auch bei unseren Standard nicht verstummen möchte. Für die Integration, ja für das ganze Bildungssystem, sehe ich es recht hinderlich, wenn innerhalb Deutschlands 16 verstückelte Bildungsstandards nebeneinander existieren und dann vielleicht noch Privatschulen für Reiche, die sich für was besseres halten und einen Klassenunterschied schaffen. Aber all die Schulen haben wenigstens gemeinsame Grundlagen.

Für eine einheitliche Bildung für alle Deutschen und Nichtdeutschen bedarf es mE ein einheitlichen Bildungsstandard in Deutschland und keine Privatschulen, die reich und arm trennen, keine 16 Landesbildungssysteme, die die regional trennen und keine ausländischen Schulen, die herkunftsbedingt und sprachlich trennen.

Ihr, Euer
M a i k


Schöpfungsgeschichte in die Schule?

Freitag, 18. Januar 2008

US-Präsidentschaftskandidat Huckabee will die Schöpfungsgeschichte in die Schulen bringen. Er will also, dass Kindern, welche noch leicht beeinflussbar sind, eine Religion aufgezwungen wird. Warum soll gelehrt werden, dass der Mensch als solcher von Gott geschaffen wurde? Erst einmal fehlt jeder Beweis dafür, obwohl die Theisten die Beweislast tragen, ja, es ist sogar nachgewiesen, dass es anders war. Andererseits, warum soll nicht unterrichtet werden, dass die Blitze von Zeus kommen? Warum soll nicht unterrichtet werden, dass die Menschen mit Raumschiffen, die wie Boings aussehen, auf die Erde gebracht wurden? Warum soll nicht unterrichtet werden, dass der Mensch auf der Erde wiedergeboren wird? Es ist alles das gleiche. Alles sind nur Erfindungen. Was macht die Erfindung Gott anders? Warum ist die Götterfamilie um Zeus falsch? Nein, solche Geschichten, und solange sie nicht bewiesen sind, sind sie solche, gehören nicht in die Schule und wenn, dann ausdrücklich als Geschichten.

Herr Huckabee, die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist richtig? Dann ist Pi also auch exakt drei, Fledermäuse sind Vögel und Hasen Wiederkäuer… natürlich… wers glaubt. Nur eine Frage hätt ich dann noch: Wollen Sie auch Lehrerinnen kündigen? Denn schließlich darf die Frau laut Bibel nicht lehren. Ich hoffe nur für Sie, dass sie nicht zu viel Arbeit bekommen, dass Sie Sonntags arbeiten müssen, denn dann müssten Sie ja gesteinigt werden.

Hoffen wir also, dass solch ein Fanatiker nicht “mächtigster Mann der Welt” wird. Ansonsten wird er vielleicht noch Gottes Drohung wahr machen und alles, was nicht christlich ist, ausmerzen.

Ihr, Euer
M a i k