Heute bekam meine Mutter, die in Berlin lebt, die Abstimmungsbenachrichtigung zum Volksentscheid des Gesetzes von Pro Reli. Anbei war ein kleines Informationsheftchen, wo die Initiatoren Pro Reli, der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus (nicht aber die Gegeninitiative Pro Ethik) ihre Argumente vorstellen. Die Initiatoren von Pro Reli schließen nach ihrem heuchlerischen Haupttext ihre Argumentation mit 3 kurzen Sätzen:
Ja zu ganzheitliche Bildung.
Ja zu Weltoffenheit.
Ja zu Toleranz.
Diese drei Sätze von Pro Reli sind nichts anderes als Lügen, die mit dem angestrebten Gesetz nichts zu tun haben:
Ganzheitliche Bildung? Mitnichten, denn wenn ein Kind von den Eltern in
Religion gesteckt wird, werden dem Kind nur diejenigen Informationen zugänglich gemacht, die die jeweilige religiöse Gruppe für richtig erachtet. Eine von Religion losgelöste Wertevermittlung, wie sie wir Menschen und selbst geschaffen haben, wird dem Kind damit verschlossen. Folge: eine neutrale und damit ganzheitliche Bildung ist ausgeschlossen.
Weltoffenheit? Mitnichten! Was ist offen daran, wenn die einzelnen Gruppen voneinander getrennt werden, nicht mehr miteinander die von Menschen geschaffenen Werte diskutieren und Einblick in die verschiedensten ethnischen Kulturen erlangen? Der Wahlzwang hat vielmehr zur Folge, dass das Sichtfeld der Kinder, die von den Eltern in den jeweiligen Religionsunterricht gesteckt werden, einen Weltblick aus Sicht der jeweiligen Religion erhalten, was kein Blick neutral auf alle Kulturen sein kann.
Toleranz? Toleranz lernen die Kinder am besten, wenn sie miteinander reden, miteinander die Werte austauschen. Wie soll ein Kind Toleranz erfahren, wenn die anderen ethnischen Gruppen aus dem jeweiligen Unterricht ausgeschlossen sind? Gegeneinander ausschließen klingt alles andere als tolerant.
Der Haupttext der Argumentation ist mit dem Wort „Freiheit“ durchzogen, die Überschrift jedes Absatzes beinhaltet dieses Wort. Allenfalls eine Freiheit, die Unfreiheit zu wählen, keine andere Freiheit sieht dieses Gesetz vor. Wie zB bereits hier und hier dargestellt, ist eine solche angebliche Freiheit alles andere als wahre Freiheit. Die Initiatoren wollen nichts anderes, als die Kinder von neutralem Miteinander zu „befreien“, um sie nach ethnischer Herkunft zu trennen und damit bessere Indoktrinationsarbeit leisten zu können.
Nein, ganzheitliche Bildung, Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit werden durch den Wahlzwang ganz bestimmt nicht gefördert, sondern verhindert. Darum an alle Berliner(innen): Am 26.4. NEIN zum Wahlzwang.
Verfasst von maiktrek
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