Vertrag: USA kriegen unsere Daten
Mittwoch, 12. März 2008Bundesinnenminister Schäuble und Bundesjustizministerin Zypries haben gestern mit ihren amerikanischen Amtskollegen einen Vertrag unterzeichnet. Dieser soll, man kann es ahnen, der Bekämpfung schwerwiegender Straftaten, insbesondere der Terrorbekämpfung dienen. Ein nobles Ziel? Das Ziel ja, aber die Maßnahmen?
Nach diesem Vertrag soll zB ermöglicht werden, dass dem Vertragspartner ohne ein Ersuchen bei Verdacht einer schwerwiegenden Straftat personenbezogene Daten, die eine Identifikation ermöglichen, übermittelt werden können.
Also einen Verdacht kann man schnell haben. Und ich will nicht, dass noch ein Staat (bereits einer ist viel zu viel) meine Daten bekommt, mit denen ich irgendwo hängen bleibe.
Weiterhin soll die Grundlage für ein Austausch von Fingerabdruck- und DNA-Daten im sog. Hit/No-Hit-Verfahren gelegt werden. Demnach sollen die Vertragspartner einen Fingerabdruck oder DNA-Abdruck in der Datenbank des anderen Partners abgleichen können. Im Falle einer positiven Übereinstimmung werden erneut personenbezogene Daten, die eine Identifikation ermöglichen, übermittelt.
Aber auch datenschützende Regelungen werden aufgenommen. Aber mal ehrlich: Vertraulichkeit wird garantiert, nur wie legen heutige Politiker Vertraulichkeit aus?
Das Problem ist: Wie gehen die USA wirklich mit unseren Daten um? Ich will daran erinnern, dass jeder, der in die USA fliegt, seine Daten zentral speichern lassen muss. Ist man nun dank der Vorratsdatenspeicherung & Co als möglicher Terrorist gelabelt, kann man vielleicht Urlaub in Guantanamo machen und das auf Kosten der USA, denn Terrorverdächtige kriegen da ja keinen Prozess, wo man die Unschuld feststellen könnte. Und da gilt ja auch nicht mehr, man ist unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist. Kommen man also dank Vorratsdatenspiecherung & Co in eine Rasterfahndung und wird als Terrorist verdächtigt, wird der nächste US-Besuch vielleicht recht spannend.
OK, ich gebe zu, das ist ein sehr fernliegendes Szenario. Aber wenn ich mir angucke, wie Unschuldige in Guantanamo sitzen (ja, Unschuldige, denn solange ihre Schuld nicht bewiesen ist, sind sie unschuldig), muss ich Angst haben, dass auch weitere unbescholtene Bürger dort landen.
Nimmt man nur den Vertrag, mag noch keine Gefahr bestehen. Nimmt man aber hinzu, wie die ausgetauschten Daten erlangt werden und ggf. benutzt werden, dann sehe ich doch Befürchtungen. Es mögen sehr fernliegende Befürchtungen sein. Aber wenn auch nur ein weiterer Unschuldiger in Guantanamo landet (oder auch nur eine Untersuchung der freundlichen US-Polizisten über sich ergehen lassen muss), ist dieser Vertrag ein sehr großer Fehler.
Ihr, Euer
M a i k
Verfasst von maiktrek
Heute habe ich ein Wahlplakat entdeckt, bei dem ich den Sinn nicht so ganz finden kann. Erst dachte ich “blau wählen” währe wohl Wahlwerbung der CSU oder Bayernpartei, die damit halt ausdrücken wollen, man soll für Bayern wählen. Gut, hätte auch nicht mehr Inhalt als deren eigener Name. Aber nein, es war ein Wahlplakat der Republikaner.


