Der Bus kommt

Montag, 15. Juni 2009

Nachdem alle Verkehrsunternehmen sich weigerten, die Botschaft der Buskampagne zu tragen, tourt ein gemieteter Doppeldecker durch Deutschland. Und heute war es soweit, er erreichte Erlangen.

Bus-KreuzungDSC00793 Es war gut anzusehen, dass endlich einmal eine Antwort in die Öffentlichkeit getragen wurde, eine Antwort auf die allgegenwärtige religiöse Propaganda. Überall bekommt man aufgedrückt, es gäbe einen Gott, man muss dran glauben oder man wird dran glauben. Endlich gibt es auch mal eine Antwort: Nein, es gibt keinen Gott, also last uns in ruhe.

Mit etwas Verspätung erreichte der Bus Erlangen. Nachdem ich den Begleitwagen gesehen hatte, bin ich in der Richtung gelaufen, aus der dieser kam und habe dort auf den Bus gewartet, wollte ich ihn rechtzeitig sehen. Nach einigen Minuten warten erblickte ich ihn dann auch an einer Kreuzung. Als er an dieser Kreuzung an mir vorbeifuhr, das war der allerbeste Augenblick dieses Abends, war das doch der Moment, wo ich den Bus dort gesehen habe, wo er mE am besten seine Antwort verkünden kann: auf der Straße. Nachdem er sein Ziel erreicht hat, wurde der Bus von einem Linienbus weggehupt, sodass er erst einmal noch durch Erlangen fahren musste, bevor er seinen Stand endgültig erreichte, was allerdings nur von Vorteil sein konnte.

Während dieser Zeit allerdings nicht von mir gesehen waren die missionarischen Verfolger. Der Bus wird nämlich von einrem Reisebus mit christlichen Gedanken begleitet. Aber da ich ihn nicht finden konnte, scheint er keine Zeichen von oben bekommen zu haben⸮ Dieser Bus trägt die Aufschrift „Und wenn es ihn doch gibt…“. Nun, was soll man sich unter „…“ vorstellen? „…dann schmorrt ihr in der Hölle“ „…dann ist es auch egal“ oder was?
Nun, man kann ihnen einen sprichwörtlichen Strick draus drehen, denn man kann deren Frage auch gegen sie verwenden:
„… dann betet ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den falschen an.“ Es gibt Millionen von Götter, die sich die Menschen ausgedacht haben und noch ausdenken werden. Wieso sind die sich so sicher, dass, wenn es ihn gäbe, sie gerade den richtigen anbeten?
„… dann habt ihr das schwerwiegendere Rechtfertigungsproblem.“ Ja, Religion hätte ein großes Problem, wenn es wirklich einen lieben Gott gäbe. Wenn da jemand kommt und sagt, „es gibt keine Anhaltspunkte dafür, also gibts das nicht“, dann braucht Gott – bildlich gesprochen – nur seinen Personalausweis hinlegen, woraufhin man sich entschuldigt und seine Existenz fortan nicht mehr anzweifelt, und die Sache ist gegessen, schließlich konnte man es nicht besser wissen. Was ist aber mit den Religionen? Sie haben Gott viele furchtbare Dinge in den Mund gelegt, die man nicht so einfach vergessen oder entschuldigen könnte.
„Und wenn es ihn doch gibt…“ dann haben die ein großes Problem. Denn wie Michael Schmidt-Salomon einst sagte: „Das stärkste Argument gegen Gott wäre – der Beweis seiner Existenz“.

Aber wir wissen ja, solange die Gott nicht beweisen, gibt es ihn genausowenig wie Feen, Schlümpfe, das fliegende Spaghettimonster, das unsichtbare rosafarbene Einhorn, die himmlische Teekanne, Hans, Ba’al, Xenu, Zeus, Gaga Gugelhurz etc. pp. Folglich: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich, auf uns kommt es an.“


BVG pro Reli aber contra Buskampagne

Montag, 16. März 2009

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Münchener Verkehrs- und Tarivverbund (MVV) haben, nachdem vor 4 Wochen noch eine Unbedenklichkeit erklärt wurde, nunmehr abgelehnt, die Werbebotschaft der Buskampagne an ihren Bussen zu tragen.

Als Begründung wurde angegeben, dass keine religiöse oder weltanschauliche Werbung angenommen wird. An und für sich löblich und zustimmenswert, andererseits jedoch heuchlerisch: Mit der christlichen Indoktrinationskampagne „Pro Reli“ hatte die BVG nämlich vor Kurzem keine Probleme. Nun möchte die BVG aber auch religiöse Werbung aus ihren U-Bahnen entfernen. Das ist Heuchelei, wie es nicht besser geht: Erst religiöse Werbung zulassen und wenn dann doch mal die Gegenseite auf einem zukommt plötzlich auf religionsneutral tun. Wieder einmal erkennt man: Die Religionsfreiheit wird immer so gedreht, dass sie nur für, aber nicht gegen die Kirche gewand wird.

Übrigens: Die Kampagne ist nicht in Gefahr. Wenn die BVG und der MVV bei ihrer Entscheidung bleiben, wird auf alternativen Verkehrsunternehmen oder Werbeträgern ausgewichen. Die Kölner Verkehrsbetriebe haben ihre Zustimmung dem Grunde nach erklärt, jedoch erst für einem späteren Zeitpunkt. Die Kampagne wird also keinesfalls aufgegeben. Vielmehr muss diese Ungleichbehandlung mE klar als Anlass genommen werden, die Kampagne erst recht durchzuführen. Es kann nicht zugelassen werden, dass Kirchenpropaganda überall auf uns einschallt, während uns der Mund verboten wird. Entweder alle oder keiner.

Näheres hier: http://hpd.de/node/6586


Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.

Sonntag, 15. März 2009

ES GIBT (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) KEINEN GOTT. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.

Die Busse können rollen: Nach nur 4 Tagen wurde das erste Spendenziel erreicht, so dass vorerst 3 Busse des ÖPNV in Berlin, München und Köln  bald eine säkulare Werbebotschaft tragen können. Eine Ausweitung des Projektes ist beabsichtigt.

Dabei wurde der Vorschlag „ES GIBT (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) KEINEN GOTT.“ mit 3 verschiedenen Untertiteln knapp vor „GOTTLOS GLÜCKLICH.“ als Werbebotschaft von den Spendern gewählt. Als dritte Alternative stand noch „GOTT IST EINE BEHAUPTUNG.“ zur Wahl.

Ich erhoffe mir sehr durch diese Kampagne, dass auf atheistische Mitbürger aufmerksam gemacht wird, damit diese endlich nicht mehr übersehen oder unter den Forderungen von Theisten (meist durch die Kirche) gestellt werden.  Leider ist es heute immer noch der Fall, dass Nicht-Christen, aber vor allem Atheisten in Deutschland wie Bürger Zweiter Klasse behandelt werden, während die Kirchen in den Himmel gehoben werden und uns ihre Pflichten aufdrücken dürfen.

Zu dem Hintergrund führen die Betreiber der Kampagne auch aus:

Buskampagne.de will die britische Atheist Bus Campaign nach Deutschland bringen. Auch hierzulande haben säkulare Menschen mittlerweile genug davon, ständig „übersehen“ oder missachtet zu werden. Als Anfang sollen in drei Städten (Berlin, Köln und München) Busse beschriftet werden, die öffentlich bekunden, dass eine nicht-religiöse, aufgeklärte Weltsicht eine positive Möglichkeit darstellt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.

Hoffen wir, dass die Öffentlichkeit endlich einsieht, dass Atheisten nicht länger missachtet werden und vielleicht merkt der ein oder andere Theist, dass mit dem ihm von kleinauf eingeimpften Gott irgendwas nicht stimmt. Wenn das erreicht wird, sehe ich diese Kampagne als vollen Erfolg an.