Atheistischer Feiertag⸮

Freitag, 16. Oktober 2009

Wir alle haben gehört, dass islamische Verbände aus Respekt und Toleranz einen islamischen Feiertag verlangen. Dazu hab ich heute einen wirklich tollen⸮ Leserbrief in der Berliner Zeitung gelesen: Der Leser begrüßt einen islamischen Feiertag, an dem alle, auch nichtmuslimische Schüler, nicht zur Schule müssen. Allerdings soll da jeder Nichtmoslem nicht zu „McBurger“ gehen oder sonstwie rumlungern, sondern eine Moschee aufsuchen und sich über die „fremde Kultur“ informieren.

Das bringt mich auf eine geniale Idee: Ich fordere atheistische Feiertage – ja, nicht nur einen, sondern mehrere, schließlich gibts hier mehr Atheisten als Moslems. Und ja, ich meine atheistische Feiertage, keine säkulare (also neutrale) Feiertage, wie Feuerbringer fordert. Ein Feiertag könnte „Es-gibt-(mit-an-Sicherheit-grenzender-Wahrscheinlichkeit)-keinen-Gott-Tag“ heißen. Und natürlich sollen Kinder gläubiger Eltern (und die Eltern selbst) an diesen Tag nicht bei „McBurger“ oder sonstwo rumlungern oder den Tag vorm TV oder inner Kirche verbringen, nein sie sollen Vorträge und andere Veranstaltungen besuchen, bei denen Aufklärung geleistet wird (natürlich von staatlich und kirchlich unabhängigen, religionskritischen Institutionen). Wenn schließlich alle Bürger (auch die Nichtgläubigen) an den religiösen Feiertagen genötigt werden, unbelegte Götter zu huldigen, dann sollen auch alle Bürger (auch die Gläubigen) an anderen Tagen mal belegtes Wissen hierzu vermittelt bekommen.

Übrigens, an alle Windows-User (bei MAC weiß ich nicht): Das da am Ende der Überschrift, was ihr scheinbar nicht dargestellt bekommt, ist ein Ironiezeichen… (Jetzt dürfte auch der letzte verstehen…)


Der Bus kommt

Montag, 15. Juni 2009

Nachdem alle Verkehrsunternehmen sich weigerten, die Botschaft der Buskampagne zu tragen, tourt ein gemieteter Doppeldecker durch Deutschland. Und heute war es soweit, er erreichte Erlangen.

Bus-KreuzungDSC00793 Es war gut anzusehen, dass endlich einmal eine Antwort in die Öffentlichkeit getragen wurde, eine Antwort auf die allgegenwärtige religiöse Propaganda. Überall bekommt man aufgedrückt, es gäbe einen Gott, man muss dran glauben oder man wird dran glauben. Endlich gibt es auch mal eine Antwort: Nein, es gibt keinen Gott, also last uns in ruhe.

Mit etwas Verspätung erreichte der Bus Erlangen. Nachdem ich den Begleitwagen gesehen hatte, bin ich in der Richtung gelaufen, aus der dieser kam und habe dort auf den Bus gewartet, wollte ich ihn rechtzeitig sehen. Nach einigen Minuten warten erblickte ich ihn dann auch an einer Kreuzung. Als er an dieser Kreuzung an mir vorbeifuhr, das war der allerbeste Augenblick dieses Abends, war das doch der Moment, wo ich den Bus dort gesehen habe, wo er mE am besten seine Antwort verkünden kann: auf der Straße. Nachdem er sein Ziel erreicht hat, wurde der Bus von einem Linienbus weggehupt, sodass er erst einmal noch durch Erlangen fahren musste, bevor er seinen Stand endgültig erreichte, was allerdings nur von Vorteil sein konnte.

Während dieser Zeit allerdings nicht von mir gesehen waren die missionarischen Verfolger. Der Bus wird nämlich von einrem Reisebus mit christlichen Gedanken begleitet. Aber da ich ihn nicht finden konnte, scheint er keine Zeichen von oben bekommen zu haben⸮ Dieser Bus trägt die Aufschrift „Und wenn es ihn doch gibt…“. Nun, was soll man sich unter „…“ vorstellen? „…dann schmorrt ihr in der Hölle“ „…dann ist es auch egal“ oder was?
Nun, man kann ihnen einen sprichwörtlichen Strick draus drehen, denn man kann deren Frage auch gegen sie verwenden:
„… dann betet ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den falschen an.“ Es gibt Millionen von Götter, die sich die Menschen ausgedacht haben und noch ausdenken werden. Wieso sind die sich so sicher, dass, wenn es ihn gäbe, sie gerade den richtigen anbeten?
„… dann habt ihr das schwerwiegendere Rechtfertigungsproblem.“ Ja, Religion hätte ein großes Problem, wenn es wirklich einen lieben Gott gäbe. Wenn da jemand kommt und sagt, „es gibt keine Anhaltspunkte dafür, also gibts das nicht“, dann braucht Gott – bildlich gesprochen – nur seinen Personalausweis hinlegen, woraufhin man sich entschuldigt und seine Existenz fortan nicht mehr anzweifelt, und die Sache ist gegessen, schließlich konnte man es nicht besser wissen. Was ist aber mit den Religionen? Sie haben Gott viele furchtbare Dinge in den Mund gelegt, die man nicht so einfach vergessen oder entschuldigen könnte.
„Und wenn es ihn doch gibt…“ dann haben die ein großes Problem. Denn wie Michael Schmidt-Salomon einst sagte: „Das stärkste Argument gegen Gott wäre – der Beweis seiner Existenz“.

Aber wir wissen ja, solange die Gott nicht beweisen, gibt es ihn genausowenig wie Feen, Schlümpfe, das fliegende Spaghettimonster, das unsichtbare rosafarbene Einhorn, die himmlische Teekanne, Hans, Ba’al, Xenu, Zeus, Gaga Gugelhurz etc. pp. Folglich: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich, auf uns kommt es an.“


The OUT Campaign

Samstag, 23. Februar 2008

Die Nacht habe bin ich mal wieder durchs Internet gezogen und mehr oder weniger zufällig auf den Blog Brights – Die Natur des Zweifelns gestoßen. Dort begegnete mich neben interessanten Beiträgen einOutCampaign.org großes A. Hinter diesem A versteckte sich „The OUT Campaign“ des von mir bereits geschätzten Richard Dawkins. Auf diese Kampagne möchte ich nun eingehen. Es ist eine Kampagne für Atheisten.

Richard Dawkins beschreibt die Kampagne damit, dass die Atheisten, insbesondere in den USA, analog zu den damaligen Homosexuellenbewegungen, herauskommen sollen. Es soll unter anderem gezeigt werden, dass wir nicht wenige sind. Es soll dadurch der Effekt eintreten, dass Atheismus nicht mehr als was Sonderbares, sondern als was Normales angesehen wird.
Diese Kampagne will ich nun ein wenig vorstellen, wobei ich mich bei den allgemeinen Ausführungen jeweils nach dem englischen Original richte:

COME OUT
Es gibt mehr Atheisten als man denkt. Kommt heraus! Ihr werdet euch frei fühlen und andere mit eurem Beispiel auch zum „coming out“ animieren, wobei jeder Zwang selbstverständlich fernbleiben muss.
Dazu kann ich nur eines sagen: Ich bin ein Atheist.

REACH OUT
Durch die Kampagne soll gezeigt werden, dass ihr nicht alleine seit. Das ist auch ein Weg, Gleichgesinnte zu finden. Gemeinsam können wir die abgedroschenen Ansichten über den Atheismus bekämpfen. Zeigen wir der Welt, dass wir uns nicht in den Schatten stellen lassen.
Es gibt viele irrige Annahmen über den Atheismus. Zusammen können wir den Atheismus in ein besseres, wahres Licht rücken.

SPEAK OUT
Immer mehr Menschen treten dieser Kampagne bei. Wir kommen aus verschiedenen Schichten, haben verschiedene Abstammung. Aber wir sind ebenso Eltern, Kind, Mensch. Wir sind gute Freunde, gute Mitbürger. Trotzdem haben wir keinen Bedarf an Übernatürlichem.
Ich kämpfe für Freiheit, gegen Unterdrückung. Ich mach das, ohne dass mir das ein höheres Wesen das erst vorschreiben muss. Sagt, dass eure guten Taten von euch kommen, nicht von einem übernatürlichen Wesen.

KEEP OUT
Es ist wichtig, dass unsere Stimme überall erschallt, um entgegenzuwirken, dass sich Religionen überall einmischen, und so zB in den Schulen unseren Kindern etwas aufzwingen wollen. Das Übernatürliche muss aus aus unseren moralischen Prinzipien und der öffentlichen Politik herausgehalten werden.
Es kann nicht angehen, dass in Schulen und Gerichte Kreuze aufgehangen werden. Wir müssen widersprechen, wenn uns ein Ministerpräsident für das Ablehnen seines Gottes ins Gefängnis stecken will. Politik und Gesellschaft muss von uns Menschen gemacht werden, nicht von Gott oder Zeus oder dem fliegendem Spaghettimonster.

STAND OUT
Durch zB Aktivitäten der OUT Kampagne müssen wir hervorstechen.
Ich bin froh, dass ich durch diesen Beitrag vielleicht ein klein wenig hervorstechen und damit der Kampagne helfen kann.

Zwar kann man sich in Deutschland leichter als Atheist „outen“, aber ich fühle mich trotzdem im Vergleich zu Theisten schlechter behandelt. Drum ist die OUT Kampagne auch hierzulande nicht überflüssig. Wir müssen mehr werden.
Wie viele Atheisten gibt es, die sich als Theisten „tarnen“ bzw. zumindest Dritte im falschen Glauben lassen? Ich kenn einige. Umso erfreuter bin ich, dass einer davon mir mitteilte, er habe jetzt die „Tarnung“ aufgegeben.

Ihr, Euer
M a i k


„Der Gotteswahn“

Donnerstag, 24. Januar 2008

Heute wurde ich um 13:30 von einer SMS geweckt. Ich konnte meine Sendung aus der Packstation holen. Endlich war es da, meine erwartete Bestellung:

Richard Dawkins
Der Gotteswahn
Der Gotteswahn

Ich bin selbst erst auf Seite 63 von weit über 500. Aber jetzt schon finde ich das Buch sehr gut. Dawkins hinterfragt die Religionen, geht auf Argumente, die angeblich für Gott sprechen sollen ein und legt Argumente, die einem Gott widersprechen auf den Tisch. Außerdem beschreibt er, was Religionen schon alles angerichtet haben und widmet ein Kapitel dem Thema „Kinder und Religion“.

Ich kann das Buch jedem Atheisten anempfehlen, der Unterstützung sucht, aber auch jedem Theisten, der Hilfe braucht, die Ketten der Unterdrückung zu sprengen.

Ihr, Euer
M a i k