Frau Honorarprofessorin der Theologie Annette Schavan, die gleichzeitig widersprüchlicherweise Bildungs- und Forschungsministerin ist, tritt auf der Bundesschülerkonferenz für einen islamischen Religionsunterricht ein und lehnt ein allgemeines Fach über die Weltreligionen ab (vgl. hier).
Sie begründet dies damit, man müsse erst die eigene Religion kennenlernen, bevor man mit anderen Religionen redet.
Merkt die Frau eigentlich, was sie dort fordert? Genau: Indoktrination. Sie umschreibt nichts anderes. “Wer mit anderen Religionen ins Gespräch kommen will, braucht zunächst einen eigenen Standpunkt und Kenntnis der eigenen Religion” heißt doch übersetzt nix anderes als: Ein Schüler ist ohne eine Religion geboren und ihm muss erst einmal diejenige Religion als Wahrheit eingetrichtert werden, die die Eltern wünschen, bevor man ihm eröffnet, dass es noch anderes gibt, sodass ein selbstständiges kritisches dahingehendes Denken möglichst abgeschnitten ist.
Frau Schavan, Bildung hat nichts damit zu tun, irgendwelche Behauptungen, irgendwelche Märchen, für die es keine Belege gibt und die gar unserer Erkenntnis immer mehr widersprechen, als Wahrheit einzutrichtern. Genau das fordern Sie aber für beeinflussbare Kinder, wenn Sie den konfessionellen Religionsunterricht hochhalten und diesen auch noch ausdehnen wollen. Sie kehren damit ihr politisches Amt ins Gegenteil.



