Zensiert‽
Freitag, 19. Juni 2009Der Bus kommt
Montag, 15. Juni 2009Nachdem alle Verkehrsunternehmen sich weigerten, die Botschaft der Buskampagne zu tragen, tourt ein gemieteter Doppeldecker durch Deutschland. Und heute war es soweit, er erreichte Erlangen.

Es war gut anzusehen, dass endlich einmal eine Antwort in die Öffentlichkeit getragen wurde, eine Antwort auf die allgegenwärtige religiöse Propaganda. Überall bekommt man aufgedrückt, es gäbe einen Gott, man muss dran glauben oder man wird dran glauben. Endlich gibt es auch mal eine Antwort: Nein, es gibt keinen Gott, also last uns in ruhe.
Mit etwas Verspätung erreichte der Bus Erlangen. Nachdem ich den Begleitwagen gesehen hatte, bin ich in der Richtung gelaufen, aus der dieser kam und habe dort auf den Bus gewartet, wollte ich ihn rechtzeitig sehen. Nach einigen Minuten warten erblickte ich ihn dann auch an einer Kreuzung. Als er an dieser Kreuzung an mir vorbeifuhr, das war der allerbeste Augenblick dieses Abends, war das doch der Moment, wo ich den Bus dort gesehen habe, wo er mE am besten seine Antwort verkünden kann: auf der Straße. Nachdem er sein Ziel erreicht hat, wurde der Bus von einem Linienbus weggehupt, sodass er erst einmal noch durch Erlangen fahren musste, bevor er seinen Stand endgültig erreichte, was allerdings nur von Vorteil sein konnte.
Während dieser Zeit allerdings nicht von mir gesehen waren die missionarischen Verfolger. Der Bus wird nämlich von einrem Reisebus mit christlichen Gedanken begleitet. Aber da ich ihn nicht finden konnte, scheint er keine Zeichen von oben bekommen zu haben⸮ Dieser Bus trägt die Aufschrift „Und wenn es ihn doch gibt…“. Nun, was soll man sich unter „…“ vorstellen? „…dann schmorrt ihr in der Hölle“ „…dann ist es auch egal“ oder was?
Nun, man kann ihnen einen sprichwörtlichen Strick draus drehen, denn man kann deren Frage auch gegen sie verwenden:
„… dann betet ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den falschen an.“ Es gibt Millionen von Götter, die sich die Menschen ausgedacht haben und noch ausdenken werden. Wieso sind die sich so sicher, dass, wenn es ihn gäbe, sie gerade den richtigen anbeten?
„… dann habt ihr das schwerwiegendere Rechtfertigungsproblem.“ Ja, Religion hätte ein großes Problem, wenn es wirklich einen lieben Gott gäbe. Wenn da jemand kommt und sagt, „es gibt keine Anhaltspunkte dafür, also gibts das nicht“, dann braucht Gott – bildlich gesprochen – nur seinen Personalausweis hinlegen, woraufhin man sich entschuldigt und seine Existenz fortan nicht mehr anzweifelt, und die Sache ist gegessen, schließlich konnte man es nicht besser wissen. Was ist aber mit den Religionen? Sie haben Gott viele furchtbare Dinge in den Mund gelegt, die man nicht so einfach vergessen oder entschuldigen könnte.
„Und wenn es ihn doch gibt…“ dann haben die ein großes Problem. Denn wie Michael Schmidt-Salomon einst sagte: „Das stärkste Argument gegen Gott wäre – der Beweis seiner Existenz“.
Aber wir wissen ja, solange die Gott nicht beweisen, gibt es ihn genausowenig wie Feen, Schlümpfe, das fliegende Spaghettimonster, das unsichtbare rosafarbene Einhorn, die himmlische Teekanne, Hans, Ba’al, Xenu, Zeus, Gaga Gugelhurz etc. pp. Folglich: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Werte sind menschlich, auf uns kommt es an.“
Aktionismus Killerspiele
Samstag, 6. Juni 2009Die Innenminister wollen Killerspiele verbieten. Dieser pure Aktionismus, den Politiker an den Tag zeigen, tut mittlerweile echt weh. Nur, damit die Politiker sagen können „Wir haben etwas getan“ werden Hau-Ruck-Aktionen durchgeboxt, die nichts bringen und nur schaden.
„Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“, so Schünemann von der CDU. Diese Begründung ist natürlich absolut unumstößlich und rechtfertigt dieses harte Vorgehen⸮ Ich gehe jede Wette ein, die Amokläufer haben vor ihrer Tat auch Nahrungsmittel zu sich genommen. Ja sogar die größten Diktatoren der Geschichte haben sicher Nahrungsmittel zu sich genommen, aber keine sog. Killerspiele gespielt. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen sog. Killerspiele spielen. Und nur, weil ein paar wenige plötzlich ausrasten, muss man alle, auch die ach so mündigen Erwachsenen, bevormunden? Wir haben in Deutschland bereits strenge Jugendschutzregeln. Wie wäre es denn, diese mal anzuwenden, statt mit der allgemeinen Verbotskeule zuzuschlagen?
Die Sache ist doch klar: Es geschehen schreckliche Ereignisse und die Politik sieht keine Lösung, will das aber nicht zeigen, also wird mal eben irgendwas gemacht, egal was, hauptsache es wird was gemacht, egal wie unsinnig.
Und dann ist die Politik mit dieser Aktion noch vollig widersprüchlich: Hier wollen sie Killerspiele verbieten und da wollen die exakt gleichen Politiker alle Männer (aber keine Frauen, so viel zur Gleichberechtigung) 9 Monate zu Killerspielen zwingen und sogar echte Waffen in die Hände drücken. Eine bahnbrechende Logik.
Aja, wann wird Cowboy und Indianer verboten? Kleine Kinder, die das Töten simulieren, und die dadurch den Respekt vor Leben verlieren, müssten am besten gleich weggesperrt werden, bevor sie irgendwann wirklich töten⸮

Verfasst von maiktrek
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