Alle Jahre wieder kommt die Lügengeschicht

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Es ist Weihnachten. Und alle Medien erzählen jetzt die Weihnachtsgeschichte: Am 25. Dezember ist Jesus geboren etc. pp. Was so gut wie keiner weiß, mal davon abgesehen, dass die Geschichte historisch gar nicht passt, in den ersten 3 Jahrhunderten nach Jesus angeblicher Geburt lag sein Geburtstag im April oder Mai. Erst im Jahre 353 hat der Papst die Geburt Christus auf den 25. Dezember festgelegt. Natürlich war der Papst damals Zeitzeuge der Geburt Jesu und er hatte natürlich keine Intention, einen heidnischen Brauch, den man nicht loswerden konnte, einfach den Stempel der Kirche aufzudrücken.

Schon vor dem Christentum wurde die Wintersonnenwende zelebriert. Ein Brauch, der sich überall auf der Welt, besonders in nördlichen Breiten, ähnlich vorfand, und an die Sonne richtete. Daher stammt auch der Brauch des lebenden Grüns in Form der Tanne und dem lebenden Licht in Form der Kerzenflamme. Daher war der Weihnachtsbaum auch lange Zeit von der Kirche nicht gewollt, war er doch ein Überbleibsel der heidnischen Tradition, die man ja das Christentum aufgedrückt wissen wollte. Auch der Adventskranz ist nur ein Julkranz mit neuem Namen.
Doch leider glaubt heute jeder die Weihnachtsageschichte der Kirche und propagiert diese. Dass es eigentlich ein heidnisches Fest ist, wird ignoriert. Das schlimme ist aber nicht, dass Christen glauben, was die Kirche ihnen vorschreibt, nein, auch Nichtchristen glauben daran, Weihnachten sei ein christlicher Feiertag. Hier sieht man, wie weit der Einfluss der Kirche reicht. Ich erinnere mich daran, vor 1 oder 2 Jahren beim Durchschalten im TV lief im Kinderkanal ein Laufband mit Weihnachtsgrüßen von Kindern. Ein „Gruß“ hatte mich unerfreut gestimmt. Er lautete, soweit mich mein Gedächnis nicht im Stich lässt: „Aische (8 Jahre): Ich bin Moslem, wir feiern keine Weihnachten.“ (Ich kenn persönlich eine zwar ältere Person, die aber ähnlich denkt.) Leider wusste Aische nicht, dass Weihnachten sich eigentlich an die Sonne richtet, deren Existenz wohl keiner bestreitet, und nicht an eine christliche Märchenfigur. Davon unabhängig kann man Weihnachten heute auch so hierzulande als weltliche Feier betrachten, wird es umgangssprachlich ja auch gerne als „Fest der Liebe“ bezeichnet. Warum soll die 8jährige Aische hieran nicht teilhaben? Nur, weil die Kirche überall propagiert, Weihnachten ist und bleibt christlich? Und vor allem, die Kirche bekommt in den Medien natürlich überall Platz, diese Behauptung fein zu verbreiten und die Medien selbst machen mit. Werbung springt auf den Zug auf; Magazine erzählen die Weihnachtsgeschichte unhinterfragt. Auch in der Schule im Deutschunterricht haben wir zu Weihnachten die christliche Weihnachtsgeschichte behandelt, ebenfalls ohne die wahren Wurzeln auch nur zu erwähnen.

Kaum einer erinnert daran, dass Weihnachten eine nichtchristliche Wurzel hat und dieses „Fest der Liebe“ heute erst recht nix mehr mit Religion zu tun hat. Wenn Christen ihr Märchen ausleben wollen, bitte. Aber bitte hört damit auf, Dritten euer Märchen als Wahrheit aufzutischen und dafür zu sorgen, dass zB Kinder wie die 8jährige Aische nicht an diesem „Fest der Liebe“ partizipieren, weil selbst sie als Nichtchristen diese Geschichte abkaufen (wenn auch nicht historisch).
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern fröhliche Weihnachten.

Zum Weiterlesen der Thematik
http://jestrabek.homepage.t-online.de/weihna.htm
http://www.inselchen.com/W-Wintersonnenwende.htm


Vatikan für Strafbarkeit der Homosexualität

Dienstag, 2. Dezember 2008

Wie der Kurier Online berichtet, lehnt der Vatikan eine EU-Initiative ab, welche das Ziel hat, weltweit den Straftatbestand der Homosexualität abzuschaffen. Dadurch würde man neue Diskriminierung schaffen. So sagt der Vatikansprecher auch: „Länder, die die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Personen nicht anerkennen, könnten unter Druck gesetzt werden, sollte die UNO Frankreichs Dokument annehmen“.

Erst einmal: es ist ein Unterschied, die Ehe gleichgeschlechtlicher Personen zu befürworten oder abzulehnen auf der einen Seite und Personen mit homosexueller Neigung strafrechtlich zu verfolgen auf der anderen Seite. Ersteres hat mit Zweiterem null zu tun und ist daher nichts anderes als ein Scheinargument, um Wahnvorstellungen durchzusetzen.

Ich finde es unerört, einen Menschen nur zu bestrafen, uU auch mal mit dem Tode, weil er andere private Vorlieben hhat, als es sich der Vatikan wünscht. Wie würde der Vatikan reagieren, wenn ein Staat die Todesstrafe dafür verhengt, dass jemand privat Freude darin zu finden, an einen Gott zu glauben? Der Papst wäre der erste, der aufschreien würde. Natürlich, sind dadurch die Jünger des Vatikan betroffen. Aber Homosexualität ist bei den Katholiken ja tabu, also ist die Bestrafung von Personen, die eine andere Niegung haben, völlig ok. Natürlich, der Vatikan darf Nichtmitgliedern seine Moral aufzwingen, aber wehe jemand wagt es, auch nur ein Wort gegen den Vatikan zu sagen. Niemand zwingt den Papst mit einem Mann zu schlafen.

Es ist ein Zeugnis von Menschenverachtung, wenn man die Bestrafung, auch durch Tode, von jemanden, der einfach nur eine andere Neigung in seiner intimsten Sphäre hat, befürwortet und Kritik hiergegen auch noch tabuisiert. Inquisition 2.0 in mittelbarer Täterschaft.

Iher/Euer
Maik