Heute hat der hessische Landtag endgültig die Studiengebühren zum Wintersemester abgeschafft. Das erste Bundesland hat damit erkannt, wie ungerecht diese Beiträge sind.
Bildung ist eines der wertvollsten Güter, die wir haben. Da ist es unsinnig, dieses Gut einfach durch Beiträge einzuschränken. Natürlich kostet das Studium uU viel Geld, nimmt man die Mediziner zB, die an den neusten Geräten ausgebildet werden müssen, die sicher viel kosten. Andere Studiengänge, zB Jura, kosten nicht zu viel. Alles, was wir Juristen immer brauchen, sind Bücher. Insgesamt kostet aber ein Studium, klar. Wäre es da nicht gerecht, wenn der Student, dafür, dass er ja etwas geboten bekommt, auch etwas zahlt. Natürlich werde ich dadurch später, sofern nix schiefgeht, mehr Geld verdienen. Aber genau da liegt der Knackpunkt: Ein Student wird später einen besser bezahlten Job bekommen, wird später also auch mehr Steuern bezahlen. Wir bezahlen unser Studium also bereits, nämlich durch die Mehr an Steuern pp., wenn wir später in den Beruf gehen. Kommen jetzt Studiengebühren dazu, dürfen wir also doppelt für das Studium bezahlen.
Davon abgesehen sind die Studiengebühren, jedenfalls so, wie sie in Bayern geregelt sind, asozial. So müssen selbst arme Studenten diese bezahlen, weil die Ausnahmeregelungen total irrsinnige Anknüpfungspunkte haben. Anzahl der Geschwister sagt nun mal nix über das Vermögensverhältnis. Somit dürfen selbst diejenigen, die voll Bafög bekommen, Studienbeiträge blechen. Welche eine Logik: der Staat unterstützt durch das Bafög den jugen Menschen, damit er studieren kann, nimmt ihm dann aber das Geld wieder weg.
Studiengebühren gehören verboten, denn durch eine kostenlose Bildung profitieren alle: der Student, weil er einen bestimmten Job kriegt; die Bevölkerung, weil ihr Fachkräfte zur Verfügung stehen; dem Staat, weil er einen höheren Steuerzahler hat. Die Studiengebühren schaffen nur eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, bzw. stärkt eine solche nur.
Ihr, Euer
M a i k