Kreative Inhalte vs. Onlinepiraterie?

Bernd Neumann (CDU), Staatsminister für Kultur und Medien, sagte im Rat der Kultur- und Medienminister der EU, eine massive Bekämpfung der Online-Piraterie wäre eine Voraussetzung für mehr kreative Inhalte im Internet. „Kreative und Kulturschaffende werden erst dann Vertrauen in Internet-Geschäftsmodelle entwickeln, wenn gegen Urheberrechtsverstöße konsequent vorgegangen und das geistige Eigentum zuverlässiger geschützt wird.“

Doch ist das kostenlose Zurverfügungstellen von kreativem Inhalten im Internet tatsächlich dermaßen schädlich? ME definitiv nein. Ganz im Gegenteil. Einige Künstler u.ä. haben erkannt, dass dies sehr wohl förderlich sein kann. Diese bieten freiwillig zB ihre Musikvideos, zumindest einige, ganz legal auf youtube o.ä. an. Auch ich habe auf diesem Wege 2 Musikinterpreten erst überhaupt kennengelernt.
Ich hätte mir niemals so viele CDs und die DVD gekauft bzw. zu Weihnachten schenken lassen, wenn ich nicht vorher den Interpreten intensiv kostenlos kennengelernt hätte oder gar nie was von ihnen erfahren hätte.
ME ist die kostenlose Verbreitung kreativen Inhalts im Internet, entgegen der Vorstellung von Herrn Neumann, eindeutig für den Künstler fördernd, da er auf diesem Wege erst einmal an Bekanntheit gewinnt und sich neue Fans machen kann, die dann, um ihren Künstler zu unterstützen, seine CDs kaufen oder anderweitig Geld in ihn investieren. Außerdem will heute, wo die Lebenserhaltungskosten in die Höhe schießen, niemand die Katze im Sack kaufen.

Das Vertrauen ins Internet wird nicht durch Kriminalisierung der Nutzer gefördert, sondern durch eine kontrollierte und intelligente Eigennutzung. Ein Künstler, der in dieser Hinsicht blind oder extrem konservativ ist, wird nie Vertrauen ins Internet bekommen.

Ihr, Euer
M a i k

2 Antworten zu „Kreative Inhalte vs. Onlinepiraterie?“

  1. Rubén sagt:

    Der Herr Neumann ist sicher (wie auch Hr. Schäuble) einer der Politiker, die für das Internet „ihre Leute“ haben, weil ihnen das selbst zu kompliziert ist. Anders kann ich mir so eine seltsame Vorstellung nicht erklären. Er hat offensichtlich noch nie etwas von Creative Commons etc. gehört. Eine massive Bekämpfung der Unwissenheit von Politikern ist eine Voraussetzung für ein sinnvolles Fortbestehen des Internet.

  2. RandyFisher sagt:

    Ich muss dir vollkommen recht geben, Maik. Gerade unbekannte Künstler oder Künstler, die sich in „Randgruppen“ bewegen, erlangen durch kostenlosese zur Verfügung stellen ihrer Musik erst Bekanntheit. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, wenn es um Industrial/Aggrotech geht. Viele Künstler habe ich erst kennengelernt, weil sie ihre Musik auf CC-Lizenz gratis zum download anbieten. Und heute gehören manche davon zu meinen Lieblingsinterpreten. Hier sieht man also, dass das sehr wohl förderlich ist, Musik gratis zu verbreiten.

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