Bahn streicht Verbindungen
Wie der MDR berichtet, streicht die Deutsche Bahn zum Sommerfahrplan mehrere Fernverbindungen. Und das beste daran ist, als Gründe werden wirtschaftliche angegeben. Fernverkehr sei, im Gegensatz zum Nahverkehr, unter alleiniger wirtschaftlicher Verantwortung der Bahn und wird nicht subventioniert.
Das zeigt es doch ganz klar: Die Bahn darf nicht privatisiert werden! Bereits jetzt ist die Bahn zu sehr zu einem wirtschaftlich organisierten Unternehmen geworden. Das darf so aber nicht sein. Verkehrverbindungen sind ein Grundbedürfnis. Daher muss der Staat ein Angebot zur Befriedigung dieses Grundbedürfnisses sicherstellen. Das kann aber nicht passieren, wenn der Staat die Kontrolle über die Bahn an solche Stellen abgibt, die nur an Geld interessiert sind.
Wir brauchen eine Bahn, die in der Hand des Volkes ist, damit das Volk sein Grundbedürfnis gesichert bekommt. Eine Bahn, die nach Geld und nicht an Grundsicherung strebt braucht das Volk nicht. Das Volk braucht eine Verbindung von A nach B und kein weiteres Wirtschaftsmonster! Je privater die Bahn, desto weniger Sicherung der Grundbedürfnisse. Also: Stopp der Bahnprivatisierung!
Ihr, Euer
M a i k




Freitag, 30. Mai 2008 um 5:42 Uhr nachmittags
[...] Aber halt, nur 24,9% werden verscherbelt, also wird die Bahn weiter in der Hand des Staates bleiben, oder? Garantiert nicht. Erst einmal, wie die FDP angekündigt hat, strebt sie eine Vollprivatisierung an, sieht den heutigen Tag also nur als ersten Schritt. Die Union wird dem sicher liebend gerne folgen. Davon unabhängig: Rund 1/4 der Bahn gehört dann privaten Unternehmen, die nichts anderes wollen als Gewinn, denen das Grundbedürfnis des Volkes völlig egal ist. Das heißt, wenn die Bahn unrentable Strecken betreibt, wird dieses Viertel auf die Barikaden gehen. Und man kann nicht 1/4 der Aktionäre verärgern. Aber dazu wird es nicht kommen, da Mehdorn, der Chef der bereits jetzt Bahn AG, bereits jetzt nur aufs Geld aus ist und eh alle Verbindungen, die nicht genug Gewinn abwerfen, bereits jetzt streicht. [...]
Montag, 16. Juni 2008 um 11:04 Uhr nachmittags
Falsche Logik: Ob die DB privat ist oder nicht, ist erst mal uninteressant. Das eigentliche Problem entsteht ja erst, weil der Bund (und die jeweiligen SPD-Minister) KEINE Verkehrspolitik betreiben oder sich um die Daseinsvorsorge kümmern, sondern das ganze Bahn-Thema einfach vom Halse haben wollen. Motto: Lasst die DB mal machen, dann wird alles gut! Die DB ist aber kein Sozialverein und will wie jedes Unternehmen Geld verdienen, da wo sie es eben verdienen kann. Also gibt es nur einen logischen Weg: Man muss aus der DB die Infrastruktur mitsamt den Bahnhöfen und dem Ticketwesen ausgliedern und in einer wie auch immer gearteten staatlichen Gesellschaft verwalten. Kleinere Nebenstrecken und Regionalbahnen können in die Hoheit der Länder oder gar Kommunen übergehen, die wissen vor Ort am besten, was zu tun ist. Zugleich muss der Bund endlich VERKEHRSPOLITIK betreiben und definieren, wo eigentlich welche Züge wie oft und in welcher Qualität fahren sollen. Das muss dann wie beim Regionalverkehr ausgeschrieben werden, auf das das beste Unternehmen mit den besten Ideen den Zuschlag bekommt und dem Kunden endlich einen zeitgemäßen Bahnkomfort auch jenseits vom ICE geboten wird! Das bedeutet in der Konsequenz auch, dass Fernverkehr NIE eigenwirtschaftlich betrieben werden kann und in irgendeiner Weise vom Staat bezuschusst werden muss - zumindest, solange in Deutschland mit die höchsten Trassengebühren Europas zu zahlen sind… Oder der Bund senkt diese und subventioniert stattdessen das Schienennetz - und eben NICHT die DB!
Gruß von Michael