Organspende schenkt Leben

Dienstag, 29. Januar 2008

Dt. Organspendeausweis (Vorderseite)Gerade hab ich mein Altpapier zusammengesammelt und da hab ich in einer alten Zeitschrift etwas gefunden: einen Organspendeausweis. Ich habe ihn sofort ausgefüllt und in meine Brieftasche gepackt.

Wie es wahrscheinlich vielen geht, ich habe niemals gerne über den Tod nachgedacht. Und wenn ich gleich mit schreiben hier fertig bin, werde ich es auch nicht weiter tun. Besonders in meinen jungen Jahren will man sicher nicht gerne darüber nachdenken. Man (ich) will nicht sterben. Aber eines ist leider gewiss: Jeder von uns wird irgendwann sterben. Aber wenn wir schon sterben, sollten wir wenigstens den restlichen Menschen etwas gutes tun und unsere Organe Spenden.

Natürlich verstehe ich, wenn ihr jetzt nicht so sehr darüber nachdenken wollt, zur Apotheke oder zum Arzt geht und euch kostenlos einen Organspendeausweis holt. Trotzdem bitte ich euch, nehmt euch ein paar Minuten, denkt einmal darüber nach, was nach eurem Tod passieren wollt. Und ihr müsst nicht mit dem Gedanken vor die Tür gehen. Druckt euch einen Organspendeausweis aus. Wenn ihr euch ein paar Minuten mit dem zugegebenermaßen bedauerlichen Thema auseinandersetzt könnt ihr Leben retten.

Aber auch denjenigen, die aus welchen Gründen auch immer eine Organspende nach dem Tode ablehnen: Auch ihr solltet einen Organspendeausweis führen und könnt dort Nein ankreuzen. Damit bleibt euren Hinterbliebenen zumindest viel Kopfzerbrechen erspart.

Also: Jeder sollte sich einen Organspendeausweis holen oder selbst ausdrucken (sogar eine selbstgeschriebene Erklärung genügt) und immer bei sich führen. Alle paar Jahre ist eine Neuerklärung angeraten, damit der Arzt immer sieht, dass die Willenserklärung auch noch aktuell ist und nicht von vor 20 Jahren. Von den Inhalt der Erklärung muss zu Lebzeiten auch niemand etwas erfahren. Auch wenn ihr euren Arzt nach einem Ausweis fragt oder Verwandte über das Vorhandensein informiert, müsst ihr eure inhaltliche Wahl nicht angeben.

Mehr Infos und den Organspendeausweis zum Ausdrucken findet ihr hier.
In diesem Sinne: Organspende schenkt Leben.

Ihr, Euer
M a i k


SEPA - Der Euro-Zahlungsraum

Montag, 28. Januar 2008

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, seit heute gilt der SEPA (Single Euro Payment Area), ein gemeinsamer europäischer Zahlungsraum der 30 EU-/EWR-Staaten und der Schweiz.

Was heißt das? Überweisungsverfahren, Verfahren zum Kartenzahlen und (zukünftig) Lastschriftverfahren sollen in der SEPA vereinheitlicht werden. Dadurch soll vor allem höhere Akzeptanz und ein schnellerer Zahlungsverkehr in der SEPA erreicht werden.

Nähere Informationen sind hier zu finden.

Nun, wer von uns Otto-Normalverbraucher hat schon Erfahrungen im europäischen Zahlungsverkehr? Ich. Ich habe einst mit meiner Karte dank Maestro-Verfahren sowohl in Spanien (2x) und in Frankreich (1x) bezahlt. Jedes mal mit Unterschrift. Ging tadellos. Und ich musste auch nix bezahlen dafür, da es in Euro war. Aber wenn die Sparkasse sagt, die Akzeptanz der Karten soll von 85% nun auf 100% steigen, dann nehm ich mal an, dass ich damals Glück hatte, kein Geschäft der restlichen 15% gehabt zu haben.

Im europäischen Überweisungsverkehr hab nun auch ich keine Erfahrung. Aber wenn ich mir vorstelle, einen 22-Stelligen Code auzuschreiben oder einzutippen, dann ist ein Zahlenverdreher schon vorprogrammiert.

Jetzt das einzige Problem, was ich an SEPA sehe: Die Überweisungen sind jetzt einheilich, ob Inlands- oder Europa-Überweisung. Das heißt, ab sofort muss dieser ellenlange Code bei jeder Überweisung angegeben werden. Wer kann sich dann seine eigene Bankverbindung noch merken? Zahlendreher bei solch einen Code werden bei der Übertragung der Bankverbindung und dann beim Überweisen sicher häufiger vorkommen. Für Unternehmen, bei denen alles automatisch ablaufen mag, ist das vielleicht nicht so schlimm. Die freuen sich über den schnelleren Zahlungsverkehr. Aber ein Otto-Normalverbraucher hat meist eh nur Inlandsüberweisungen. Und dem stört ein so langer Code.

Doch wolln wir mal nicht den sprichwörtlichen Teufel an die Wand malen: Für Inlandsüberweisungen soll vorerst das alte Verfahren mit Kontonummer und BLZ parallel verwendbar sein.

Solange für Inlandsüberweisungen das alte Verfahren der Einachheit halber für den kleinen Bürger noch gültig ist, ist SEPA mE ein weiterer Meilenstein für ein gemeinsames freies Europa. Schön auch, dass die Schweiz hier auch mitmacht. Für den kleinen Bürger ist SEPA auf den ersten Blick weniger gewinnbringend. Aber einen Vorteil hat es schon für jedermann, der mal kurz in Europa Shoppen will: Beim Kartenzahlen sollen die Standards auch vereinheitlicht werden. Somit werden hoffentlich auch die Sicherheitsstandards deutscher Karten in ganz Europa eingeführt.

Bleibt nur die Befürchtung, dass irgendwann jeder Bürger für jede kleine Überweisung einen riesengroßen Code aufs Papier bringen muss.

Ihr, Euer
M a i k


The Return of the Fußfessel

Sonntag, 27. Januar 2008

Ein Vorschlag der bayerischen Justizministerin geht dahin, Personen, die wegen einem Sexualverbrechen gegen Kinder verurteilt worden, nach der Haft mittels einer elektronischen Fußfessel, basierend auf GPS, zu beobachten. Damit soll verhindert werden, dass die beobachtete Person Sperrgebieten, zB Kindergärten, zu nahe kommt.

Bringt eine solche elektronische Fußfessel etwas? Wollen wir mal die Pros und Contras abwägen (die Reihenfolgen haben keine Bedeutung):

I. Pro:
1. Es kann sofort Alarm geschlagen werden, wenn sich eine beobachtete Person in einem Sperrgebiet befindet.
2. Im Fall der Fälle kann überprüft werden, ob die beobachtete Person zur Tatzeit am Tatort war.

Contra:
1. Ganz wichtig: Das Gerät bringt keine Sicherheit, denn Kinderschänder können sich nach wie vor andernorts vergehen. Vielmehr kommt ein falsches Sicherheitsgefühl auf.
2. Es wird viele Fehlalarme geben, durch denen viele wertvolle Einsatzkräfte gebunden werden.
3. Es soll nur die Symptome bekämpfen, nicht aber die Ursache.
4. Wie lange soll sowas andauern? Da nur die Symptome bekämpft werden, muss es für immer andauern. Aber selbst das BVerfG hat bei Mord gesagt, dass es menschenunwürdig ist, wenn diese Person niemals wieder die Chance auf Freiheit hat. Viele meckern, der Überwachungsstaat sei menschenunwürdig. Auch ein Straftäter ist ein Mensch, auch er hat eine Würde. Eine lebenslange Beobachtung, anders wärs sinnlos, würde den Täter in seiner Würde massiv einschränken. Aber selbst wenn man das nur auf zeit macht: Welche Zeit ist zu kurz oder zu lang? Solange man nur die Symptome angeht, wäre jede Zeit zu kurz.
5. Sehr gefährlich: Es wird ein Präzedenzfall geschaffen. Heute Kinderschänder, morgen alle Sexuallstraftäter, übermorgen Gewaltverbrecher und nächste Woche jeder Straftäter (und nächsten Monat vielleicht jeder Bürger?). Wer die Tür zur Überwachung von ehemaligen Häftlingen einen Spalt öffnet, ermöglicht es, dass sie ganz geöffnet wird. Peau a Peau wird man Gründe finden, diese Maßnahme auszuweiten.
6. Es wird mal wieder nicht die Ursache bekämpft. Während der (hoffentlich) langen Haft muss dem Täter psychologisch geholfen werden. Sollte dann am Ende der Psychologe der Ansicht sein, der Häftling bleibt gefährlich, so sollte er vorerst in eine psychatrische Anstalt gebracht werden. Hat die Person weiterhin gefährliche Neigungen, dann helfen auch Fußfesseln nichts (siehe 1.)
7. Unser Strafsystem soll resozialisieren. Der Täter muss eine (hoffentlich) lange Haft absitzen und soll dabei auf den rechten Pfad zurückgeführt werden. Ist er aber lebenslang an der Leine, dann hat das nicht mehr mit Resozialisierung zu tun.

Bitte versteht mich nicht falsch. Es ist schlimm, wenn sich an Kindern vergangen wird. Und solche Menschen müssen bestraft werden. Ich würde bei Verbrechen gegen Kindern auch den Strafrahmen höher ansetzen. Hat aber ein Täter seine Strafe verbüßt, dann muss man ihm auch seine Menschenrechte wiedergeben, für die unser Strafsystem einsteht. Nur wenn weiterhin schädliche Neigungen zu erkennen sind, wie gesagt, ich fordere psychologische Begleitung, müssen diese Menschenrechte weiterhin eingeschränkt werden. Aber dann helfen elektronische Fußfesseln nichts mehr.
Aja, wenn jetzt das Argument kommt, Kinderschänder bekommen zu wenig Jahre… ja, warum dann nicht mehr Haft fordern statt eine sinnfreie Fußfessel, die einem lebenslang begleitet?

ME bringt solch eine elektronische Fußfessel nur ein falsches Gefühl von Sicherheit, aber keineswegs echte Sicherheit. Für einen resozialisierten Täter hingegen bringt es Eingriffe in seine Freiheiten. Sollte jemand freiwillig so ein Ding tragen wollen (man kann es ja, wie unter I.2 genannt, auch zur Entlastung nehmen), dann hab ich dagegen keine Einwände.

Warten wir ab, falls es zu Gesetz wird, wie es genau ausgestaltet ist. Dann werd ich mich wieder zu Wort melden und sagen, wie (un)sinnig die Regelung meiner Meinung nach ist.

Ihr, Euer
M a i k


Transrapid notwendig?

Samstag, 26. Januar 2008

Wie allseits bekannt ist, soll zwischen dem Münchener Hauptbahnhof und den Flughafen ein Transrapid gebaut werden.

Transrapid “Wenn Sie vom Flug … vom … vom Hauptbahnhof starten - Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in … an den Flughafen Franz Josef Strauß. Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München.” Damit beschrieb Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident Bayerns, die Notwendigkeit des Transrapids.

Die bayerische Opposition bemängelt jedoch, dass dieses Projekt massig an Steuergeldern verschwendet. Also starteten sie ein Volksbegehren. Aber die Staatsregierung hält das Begehren für verfassungswidrig, es würde in die Finanzhoheit des Parlamentes eingreifen. Hat da jemand Angst, dass das Volk ein anderes Ziel verfolgt?

Huber begründet den Transrapid nicht nur damit, man würde schneller vorankommen. Er meint auch, eine S-Bahn-Verbindung würde viel länger dauern, bis sie fertiggebaut ist.

Ich frage mich jedoch ernsthaft, ob der Transrapid wirklich notwendig ist. Nehmen wir doch einfach mal den Flughafen Berlin Tegel. Niemand will behaupten, das sei nur ein kleiner unbedeutender Flughafen. Hier gibt es weder S-Bahn, U-Bahn noch Straßenbahn. Um zum Flughafen zu kommen, muss man mit den Bus fahren.
Als ich am 6.1. von Berlin nach Nürnberg flog, musste ich auch den Bus nehmen. Ich hatte kein Problem damit.
Was ist so schwer daran, mit dem Bus zu fahren? Eine ausreichende Zahl von Bussen würde eine gute Verbindung schaffen. Und es hat weitere Vorteile: Der Bus kann unterwegs an weiteren wichtigen Verkehrsknotenpunkten halten und noch mehr Passagiere mitnehmen, die sonst einen Umweg hätten nehmen oder auf einen seltener fahrenden Bus warten müssten.
Also ich bin problemlos in Berlin zum Flughafen gekommen. Warum soll das in München nicht gehen?
Gut, ein Bus würde länger brauchen. Aber wer wohnt auch alles direkt neben dem Hauptbahnhof, um direkt in diesen einsteigen zu können, wie Herr Stoiber es sagte. Es wäre effizienter, wenn man von multiplen Verkehrsknotenpunkten einen guten Weg zum Flughafen findet.

Ist es wirklich notwendig, dass, nach ggw. Schätzungen, über 3-4 Milliarden Euro ausgegeben werden? Sind Buslinien da nicht effizienter und vor allem noch schneller errichtet?
Für mich ist der Transrapid nur eines: ein Prestigeobjek. Bayern will mal wieder was besonderes sein. Notwendig ist diese Steuerverschwendung mE nicht.

Ihr, Euer
M a i k


“Der Gotteswahn”

Donnerstag, 24. Januar 2008

Heute wurde ich um 13:30 von einer SMS geweckt. Ich konnte meine Sendung aus der Packstation holen. Endlich war es da, meine erwartete Bestellung:

Richard Dawkins
Der Gotteswahn
Der Gotteswahn

Ich bin selbst erst auf Seite 63 von weit über 500. Aber jetzt schon finde ich das Buch sehr gut. Dawkins hinterfragt die Religionen, geht auf Argumente, die angeblich für Gott sprechen sollen ein und legt Argumente, die einem Gott widersprechen auf den Tisch. Außerdem beschreibt er, was Religionen schon alles angerichtet haben und widmet ein Kapitel dem Thema “Kinder und Religion”.

Ich kann das Buch jedem Atheisten anempfehlen, der Unterstützung sucht, aber auch jedem Theisten, der Hilfe braucht, die Ketten der Unterdrückung zu sprengen.

Ihr, Euer
M a i k