Schulnoten? Nein danke

Dienstag, 13. Mai 2008

Schulnoten: Jeder kennt sie, keiner hält sie für wirklich gerecht. Sind sie mE auch nicht. Schulnoten sollen die Leistung des Schülers in einer Ziffer darstellen. Aber hängen die Noten wirklich von der Leistung des Schülers ab? Eher weniger. Natürlich, ein Spitzenschüler wird eher keine 5 und ein schlechter eher keine 1 in höherer Zahl auf dem Zeugnis vorfinden. Jedoch hängen die Noten im Detail auch ganz stark direkt und indirekt vom Lehrer ab.
Jeder Lehrer vergibt zB ganz andere Noten. Der eine Lehrer donnert einem bei vergessenen Hausaufgaben sofort eine 6 ein, ob man es vorher sagt oder nicht, ein anderer verwarnt nur, andere geben erst bei häufigem Fehlen der Hausaufgaben eine 6. Vergibt der Lehrer dann allgemein wenig Noten, kann die eine 6 schon viel bedeuten.
Auch Tests variieren sehr. Der eine Lehrer verlangt schwerere Tests, die einer halben Klausur gleichen, der andere bedient sich mit kleineren Abfragen, wo man nicht ne Woche Vorbereitung braucht. Der eine kündigt sie an, der andere nicht.
Dann gibt jeder Lehrer Mitarbeitsnoten total unterschiedlich. Da kann ein guter Schüler, der halt nur etwas ruhig ist, bei einem Lehrer, der alle 2 Wochen eine Mitarbeitsnote vergibt, aufm Zeugnis 2 Noten schlechter liegen als bei einem Lehrer, der vielleicht nur 2 mal pro Halbjahr eine solche vergibt. Und dann natürlich die Frage, wie man Mitarbeit in 6 (oder 15) Stufen einteilen will. Natürlich wird der Lehrer einem fleißigen Schüler keine 4 oder 5 geben. Aber wie will der Lehrer bei jemanden ganz objektiv zwischen 2 und 3 unterscheiden? Bei mir hing davon mal eine Zeugnisnote ab.
Am allerschlimmsten ist aber das Lehrverhalten der Lehrer. In Klasse 12 und 13 hatte ich einen Lehrer, der mit 2 Unterrichtsmethoden experimentiert hatte. Gut, er hat nicht wirklich experimentiert. Aber während es in Klasse 12 noch nach normalem Unterricht aussah, schien ihm in der 13ten die Lust vergangen zu sein, denn sein Unterricht verlief nach dem Modell “Hohlt die Bücher aus dem Schrank und macht selber”. Und das in einem Leistungskurs. Demensprechend sanken auch meine Noten von gut auf ausreichend in diesem Fach. Und ich bin innerhalb eines Jahres wohl kaum nur in einem einzigen Fach schlechter geworden.
Summa sumarum kann man doch ganz klar erkennen, dass die Schulnoten sehr stark vom Lehrer abhängen und in vielen Situationen auch nicht objektiv sondern subjektiv vergeben werden müssen. Klar, es geht nicht einheitlich. Das Problem ist aber: Die Noten haften uns an und bestimmen unsere Zukunft. Unsere zukunft sollte aber von unserer Leistung und nicht vom Lehrer abhängen. Spätestens wenn es um einen nummerus clausus einer höheren Schule oder einer Universität geht, kann die Differenz zwischen zwischen 2 Noten zu bedeutend sein, als dass man sie von Lehrerglücksrad abhängig macht.

Berlin hat daher ein neues Schulmodell eingeführt (vgl. Focus 20/2008 S. 46f.). Demnach steht es den Schulen in Berlin bis Klasse 8 frei, Schulnoten und Sitzenbleiben abzuschaffen. Dies erachte ich als sehr begrüßenswert. Eine ausführliche Schriftliche Stellungnahme des Lehrers kann mE mehr aussagen, als eine Ziffer, die halbwegs willkürlich gewählt sind.

Aber das bayerische Ministerium für Unterricht und Kultus hält dagegen, “Besonders Eltern von Migrantenkindern können mit Noten mehr anfangen als mit Leistungsbeschreibungen.” (Schuster in Focus aaO S. 46). Was will dieser Herr damit sagen? Dass die Eltern nicht lesen können? Natürlich, eine Leistung auf einer simplen Ziffer zusammengefasst sieht leichter verständlich aus. Wenn man aber weiß, wie die Noten zusammenkommen, dann ist der Vorteil der schnellen Sichtbarkeit der Leistung wieder dahin, ja gar umgekehrt. Noten können vielmehr ein falsches schnelles Bild liefern.

Bedauerlich erscheint nur, dass kein Gymnasium in Berlin an dieser Methode teilnehmen will. Das Abitur würde aus Noten bestehen und darauf müssen Lehrer und Schüler vorbereitet werden (Treptow, Vereinigung der Gymnasialdirektoren in Focus aaO). Das Problem ist tatsächlich, dass ein Abitur bedauerlicherweise nicht ohne Noten auskommt. Jedenfalls nicht, ohne dass das Schulsystem gänzlich umgewälzt wird, was aber die Zusammenarbeit aller Bundesländer bedürfte (oder, was ich bevorzugen würde, der Bund die Bildungskompetenz bekäme). Trotzdem halte ich es als ratsam, so lange wie möglich auf diese nichtssagenden Noten zu verzichten.

Ihr, Euer
M a i k


Kein Schwimmverbot bei Kindern wegen Religion

Mittwoch, 7. Mai 2008

“Mit dem heute in öffentlicher Sitzung verkündeten Urteil hat die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf die Klage der Eltern einer muslimischen Schülerin abgewiesen, mit der sie die Freistellung ihrer Tochter vom koedukativen Schwimmunterricht an der örtlichen Realschule in Remscheid erreichen wollten.” heißt es in der Pressemitteilung heutigen Datums des Verwaltungsgerichts Düsseldorf.

Bevor ich mich mit dem Urteil befasse ein Hinweis an das Gericht: Nein, “Eltern einer muslimischen Schülerin” ist falsch, es muss vielmehr heißen “Schülerin muslimischer Eltern”. Das Kind ist 12 Jahre und ist noch nicht einmal religionsmündig. Das Kind ist geistig auch noch gar nicht so weit entwickelt, zu verstehen, was da mit ihm gemacht wird. Ein Kind kann noch keine Religion haben. Es ist allenfalls das Kind religiöser Eltern.

Nun zur Sache: Das Gericht hat richtig geurteilt. Nur, weil die Eltern eine Religion = Glaube = Unwissen = Nichtwahrheit haben, können sie ihrem Kind nicht völlig abwegige Regeln auferlegen. Warum sollte, wenn es ihn/sie/es überhaupt geben sollte, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Fall ist, Gott/Allah/Ba’al/Fliegende-Spaghettimonster/Zeus/Buschvolkgott/pp. überhaupt wollen, dass Frauen, nicht Männer, sich derart verhüllen müssen (merkwürdigerweise aber mit Schmuck aufmerksam machen)? Vielleicht haben vor ein paar hundert Jahren irgendwelche “heiligen” Menschen das nur aus persönlichem Interesse zusammengedichtet. Solange keiner belegt, dass Gott/wasauchimmer es will, kann niemand behaupten, dies sei Gottes/wasauchimmer Wille. Ich kann auch behaupten, Gott will, dass ihr mir alle 10€ schickt… würde sicher keiner machen. Warum nicht? Weil ich nicht beweisen könnte, dass es Gottes Wille ist und es auch abwegig wäre, dass Gott ausgerechnet mir Geld zukommen lassen wollen würde. Warum wird also blind ohne Beweis die Vermummungsregel befolgt? Dies setzt ferner voraus, dass bewiesen wird, dass es ihren Gott/wasauchimmer überhaupt gibt. Aber nichts, nicht den kleinsten Funken in dieser Richtung, haben die Religionen bewiesen. Es ist nur Glaube = Unwissen = Nichtwahrheit. Wie kann aber bitte aus dem Glauben von den Eltern ein total abwegiges Verbot für das Kind, das selbst religiösen Glauben noch nicht versteht, auferlegt werden?
Das heißt im Endeffekt doch nur: Eine Person, hier die Eltern, legt seinen Glauben = Unwissen = Nichtwahrheit einer anderen Person, hier dem Kind, als Wahrheit auf, ohne den kleinsten Funken eines Beweises zu erbringen. Wenn ich glaube, dass Peter Mustermann (Name frei erfunden) ein Mörder ist, kann ich das ohne Beweis auch nicht als Wahrheit verkaufen.

Bevor die Eltern/religiöse Führer nicht beweisen, dass a) ihr Gott existiert und b) die Vermummung der Frauen Wille dieses Gottes ist, können sie einer anderen Person, die religiösen Glauben noch gar nicht verstehen kann, diese Regel nicht aufzwingen. Alles andere ist mE nur eine Indoktrination eines Glaubens = Unwissen = Nichtwahrheit als Wahrheit bei einem Kind

Es bleibt nur zu Hoffen, dass das NRWOVG die Berufung zurückweist, denn andernfalls würde dies wieder nur heißen, Religionen bekommen abwegige Sonder- und Vorzugsrechte, sogar bezüglich Bevormundung…

Ihr, Euer
M a i k


Allg. Steuergelder für Kirchenpropaganda

Sonntag, 4. Mai 2008

Dieses Wochenende ist das sog. Christival in Bremen. Mit Seminaren und Workshops welche konservativ und missionarisch sind wird Gehirnwäsche an Jugendlichen betrieben.

Doch das schlimmste an der Sache ist: Familienministerin von der Leyen zahlt an diese Veranstaltung 250.000 Euro aus dem Staatshaushalt. Nein, nicht aus Kirchensteuern sondern aus allgemeinen Steuern wird diese Veranstaltung mitfinanziert. Das heißt, auch mein Geld und das von 1/3 der nichtchirstlichen (plus die Scheinchristen, die bisher nur am Austritt gehindert sind) Deutschen, insbesondere die, die andernorts auch nix bekommen, wie Atheisten, wird dafür eingesetzt, um etwas zu verbreiten, von dem wir wissen, dass es falsch ist.

Das heißt doch nix anderes, als dass der Staat eine Religion aktiv fördert und bevorteilt. Der Staat darf aber keine Religion fördern. Wieder das Paradebeispiel: Wenn der Staat die Verbreitung und Propaganda von Scientology aktiv fördern würde, würde auch die Christen auf die Barikade gehen und Rücktritte fordern. Aber kaum werden die Christen unterstützt, ist nix zu hören. Dass die Bundesregierung 1/3 (plus die Scheinchristen, die bisher nur am Austritt gehindert sind) der Deutschen, insbesondere die, die andernorts auch nicht unterstützt werden, wie Atheisten, regelrecht beleidigt, interessiert ja niemanden. Es sollte vielleicht wirklich Scientology mal finanziert werden, damit das Volk mal bemerkt, dass eine Regierung, welche eine (oder mehrere) Religion(en) unterstützt, alle anderen beleidigt und Glaube = Uniwissen als Wahrheit verkauft, ohne einen Funken von Beweis zu haben (Nein, soll es nicht wirklich, aber das würde vielleicht mal Augen öffnen…). Soll Frau von der Leyen glauben was sie will, sie hat aber kein Recht, ihren Glauben anderen ohne einen Beweis als Wahrheit zu verkaufen und das auch noch mit dem Geld Andersgläubiger. Wenn ich glaube, Peter Mustermann (Name frei erfunden) ist ein Mörder, werde ich sogar dafür bestraft, wenn ich das als Wahrheit verkaufe (Verläumdung).

Ich kann daher nur den Rücktritt auch dieser Ministerin fordern.

Ihr, Euer
M a i k


Bahn streicht Verbindungen

Samstag, 3. Mai 2008

Wie der MDR berichtet, streicht die Deutsche Bahn zum Sommerfahrplan mehrere Fernverbindungen. Und das beste daran ist, als Gründe werden wirtschaftliche angegeben. Fernverkehr sei, im Gegensatz zum Nahverkehr, unter alleiniger wirtschaftlicher Verantwortung der Bahn und wird nicht subventioniert.

Das zeigt es doch ganz klar: Die Bahn darf nicht privatisiert werden! Bereits jetzt ist die Bahn zu sehr zu einem wirtschaftlich organisierten Unternehmen geworden. Das darf so aber nicht sein. Verkehrverbindungen sind ein Grundbedürfnis. Daher muss der Staat ein Angebot zur Befriedigung dieses Grundbedürfnisses sicherstellen. Das kann aber nicht passieren, wenn der Staat die Kontrolle über die Bahn an solche Stellen abgibt, die nur an Geld interessiert sind.

Wir brauchen eine Bahn, die in der Hand des Volkes ist, damit das Volk sein Grundbedürfnis gesichert bekommt. Eine Bahn, die nach Geld und nicht an Grundsicherung strebt braucht das Volk nicht. Das Volk braucht eine Verbindung von A nach B und kein weiteres Wirtschaftsmonster! Je privater die Bahn, desto weniger Sicherung der Grundbedürfnisse. Also: Stopp der Bahnprivatisierung!

Ihr, Euer
M a i k


Schäuble - Schaden vom Volk abwenden?

Montag, 28. April 2008

“Ich habe einen Amtseid geleistet: Schaden vom deutschen Volke abzuwenden.” sagt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in einem Interview der Focus (18/2008, S. 32f.). Ganz recht, und daraus folgt, dass Herr Schäuble eine Pflicht hat, um diesen Schutz sicherzustellen, eine einzige: seinen Rücktritt, wobei sich Frau Zypries dem gerne anschließen darf.

Man kann es kaum vortrefflicher formulieren, als die Piratenpartei: Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft!

Und wofür die Einschränkung der Freiheit? Klar, wieder einmal wegen der Terrorgefahr. Was anderes wird in dem Interview nicht angebracht. Wieder einmal wird Angst geschürt. Ich verweise auf meinen Beitrag “Weiteres Schüren von Angst“. Es kann einfach nicht angehen, dass Herr Schäuble mit immer wieder der gleichen Leier unverhältnismäßige Maßnahmen (Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, Wohnraum-Videoüberachung, pp.) ergreifen will. Was wiegt bitte schwerer? Eine Gefahr, die 200 mal geringer ist als der Tod durch falsche Medikamente im Krankenhaus (also wenn man das so hochpuschen würde, wie den Terror, müsste Herr Schäuble vor jeden Gang ins Krankenhaus warnen, ja Krankenhäuser sogar verbieten) oder eine Menschenwürdeverletzung, weil man befürchten muss, auf Schritt und Tritt überwacht zu werden? Bei jeden versuchten Terroranschlag, wird Panik verbreitet und Herr Schäuble will Freiheiten deswegen einschränken. Aber ist irgendeine Forderung laut geworden, weil PKW Herrsteller ein Sicherheitslämpchen weglassen oder weil mal wieder jemand im Krankenhaus zu Tode fehlbehandelt wurde? Ich hab nichts dergleichen gehört.

Bitte, Herr Schäuble, hören Sie auf, Panik zu verbreiten und die dann auszunutzen, einen Überwachungsstaat einzuführen. Sagen Sie im nächsten Interview doch mal, wie Wahrscheinlich ein Tod durch Terror im Verhältnis zu anderen Situationen (wie Straßenverkehr, Flugzeug, Krankenhaus, Unfälle im Haushalt, pp.) ist, bei denen Sie kein großes Wort verlieren. Ja, Tote durch Terror sind schlimm, aber im Verhältnis zu anderen Unglücken, wo kein solches Tamtam erfolgt, sind es relativ wenige. Bitte, Herr Schäuble, sehen Sie Terrorakte als Unglück und nicht als Weltuntergang an. Sie spielen den Terroristen doch nur in die Hände. Dank Ihnen hat doch der Bürger erst 2 mal Angst, weil Sie einerseits, natürlich gemeinsam mit den Medien, den Terrorismus zu einem Weltuntergangsszenario hochpuschen und weil die Bürger schlicht und einfach Angst haben müssen, dass Sie irgendwann in ihre Schlafzimmer gucken. Und wenn Sie nicht in der Lage sind, angemessen damit umzugehen, bitte, dann stellen Sie ihr Amt zur Verfügung.

Ihr, Euer
M a i k